Knapp ein halbes Jahr nach unserem letzten Aufeinandertreffen stand nun das Rückspiel gegen unsere 3. Mannschaft an. Diesmal konnten wir aus dem Vollen schöpfen und mit 15 Spielern antreten – also fast schon Luxusverhältnisse für AH‑Standards.
Schiedsrichter Ecki pfiff pünktlich um 20:30h an, und die ersten 10 Minuten gehörten tatsächlich uns. Wir standen kompakt, verschoben gut, ließen den Ball laufen und hielten die Räume eng. Das Spiel war absolut ausgeglichen – und wir wirkten, als hätten wir die Lektionen aus dem Hinspiel vollständig verinnerlicht.
In der 12. Minute dann unsere bis dahin beste Aktion: Turgay setzte sich über die Grundlinie in den Strafraum durch, verpasste jedoch den Querpass auf den freistehenden Olaf, und sein anschließender Abschluss stellte für den Torhüter leider keine größere Herausforderung dar.
Trotzdem: Ein Hauch von Offensivgefahr lag in der Luft.
Kurz darauf schenkte uns allerdings die Realität ihre erste Erinnerung, dass Altersklasse und Spielaufbau manchmal keine Freunde sind. Ein leichtsinniger Ballverlust im Aufbau – der Gegner sagte artig „Danke“ und drosch das Geschenk humorlos unter die Latte zum 0:1.

Und weil Geschenke selten allein kommen, wiederholten wir das Ganze wenige Minuten später nahezu identisch: Ball vertändelt, Pass verpasst, Gegner durch – 0:2. Das 0:3 vor der Pause? Die Kopie der Kopie.
Zum Glück hatten wir Franco im Tor, der mit mehreren starken Paraden Schlimmeres verhinderte. Offensiv gelang uns außer Turgays Chance wenig bis nichts – was auch daran lag, dass wir im letzten Drittel eher unkonzentriert und fahrig als zwingend agierten.
Halbzeit: 0:3
Trainer Stephan fand in der Pause aber die richtigen Worte. Er lobte die ersten zehn Minuten, gab uns Mut mit auf den Weg – und forderte, genau daran anzuknüpfen.
Leider hielt das Vorhaben nur bis etwa Minute 40.
Wieder ein Ballverlust im Aufbau, der Gegner bedankte sich erneut, und es stand 0:4. Ab diesem Zeitpunkt schien jedoch der Groschen zu fallen. Wir spielten wieder mutiger nach vorne und kamen diesmal auch zu eigenen Angriffen.

Ein solcher führte schließlich zu einer Ecke. Im anschließenden Gewühl im Strafraum reagierte Turgay am schnellsten und drückte den Ball über die Linie – der 1:4‑Anschlusstreffer, der zu unserer Leistungsphase passte und absolut verdient war.
Danach hatten wir sogar noch mehrere richtig gute Chancen – teilweise hochkarätig. Leider fehlte das letzte Quäntchen Glück oder Präzision, um die Dritte noch einmal richtig ins Grübeln zu bringen.
Kurz vor Schluss folgte dann der endgültige K.-o.: Ein geklärter Ball per Kopf landete direkt beim Gegner, der keine Mühe hatte, das 1:5 zu markieren.
Fazit:

Eigentlich gar nicht so schlecht gespielt! Das Ergebnis liest sich zwar deutlich, aber „eingebrockt“ haben wir uns alle Gegentore selbst. Mit ein bisschen mehr Ruhe und weniger Gastgeschenken wäre hier ein deutlich engeres Spiel drin gewesen.
Zum Abschluss lud unser Geburtstagskind Turgay dann beide Mannschaften zu Bier und Pizza ein. Die Kabine war gerappelt voll und die Stimmung bestens: Es wurde gelacht, gequatscht, gefeiert – und am Ende fühlte sich die Niederlage fast an wie ein Sieg.
Text: Christian Schäfer






